Die sanften Künste

Qigong, Xingyi, Bagua und Taiji

Herzlich willkommen

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Auf den folgenden Seiten möchte ich Sie mit den sanften Künsten bekannt machen. Von Qigong und Taiji werden Sie bestimmt schon einmal gehört haben, Xingyi und Bagua sind dagegen weniger bekannt.
Zu allen vier Bewegungskünsten werden Sie nicht nur mehr oder weniger allgemeine Informationen, sondern auch einfache Übungen finden.
Probieren Sie diese ruhig aus, um sich selbst ein Urteil über die den sanften Künsten eigene Leichtigkeit zu bilden. Denn das ist es ja, was man ihnen nachsagt, sie bringen Körper und Geist wieder in sanfte, harmonische Schwingungen.
Öffnen Sie sich ihrem Wirken und Sie ahnen die Macht des Jahrtausende alten Wissens, das hinter allem steht.

Auch wenn das heute nicht mehr so offensichtlich ist, sollte man doch nicht vergessen, dass die sanften Künste ihren Ursprung im Kampf haben. Redet man in Asien von den Bewegungskünsten, so sind im Grunde genommen immer die Kampfkünste gemeint.
Bei diesen unterscheidet man zwei Hauptrichtungen, das sind auf der einen Seite die harten, äußeren Künste und auf der anderen Seite die weichen, inneren Künste.
Letztere bezeichnet man auch als die sanften Künste.
Qigong und Taiji sind die wohl bekanntesten Vertreter dieser Richtung, weniger verbreitet sind Xingyi und Bagua.
Und obwohl heute die harten und die sanften Künste mehr gemeinsame als trennende Elemente aufweisen, so ist doch die Entwicklung von „hart“ nach „weich“ interessant.
Der erste Schritt in Richtung der sanften Künste bestand darin, alle vorhandenen Techniken auf ihre Einsatzfähigkeit und ihren Nutzen für einen schwächeren Kämpfer zu testen. Generell wurde auf alles, was nur mit Muskelkraft funktionierte, verzichtet. Darüber hinaus verschwanden nahezu alle brutalen und aggressiven Elemente. Diese erste Maßnahme sollte den defensiven Charakter der sanften Künste unterstreichen und ein Kämpfer konnte, selbst wenn er gewollt hätte, einem brutalen Angriff nicht mehr genauso roh und gewalttätig begegnen. Die eigene Verteidigung bestand nur noch in der geschickten Abwehr und dem Ausweichen vor dem Gegner, um diesen dann im richtigen Augenblick mit einer einfachen aber sehr wirkungsvollen Technik zu besiegen.
Der zweite Schritt zu den sanften Künsten, die sich als völlig neue und ungewöhnliche Art des Kämpfens darstellten, bestand darin, dass der Kämpfer, um überhaupt überleben zu können, seine innere Einstellung ändern musste. Sein mentales Training erlaubte ihm, sich in einen Zustand versetzen, der ihn in gefährlichen Situationen geradezu unverständlich ruhig, völlig angstfrei und gleichgültig werden ließ. Gefühle wie Rache, Wut, Mitleid oder Hass ließ er nicht zu, weil diese den Kampf negativ beeinflusst hätten. Ohne innere Regung trug er seine Abwehrtechniken vor, und ein Gegner hatte den Eindruck, mit einer gefühllosen Maschine zu kämpfen.
Ein Meister der sanften Künste ließ sich durch nichts und durch keinen noch so überlegenen Gegner aus der Ruhe bringen. Er wartete einfach auf seine Chance und allein schon dieses Verhalten löste bei einem Angreifer Verwirrung aus.

Wenn Sie heute eine sanfte Kunst lernen möchten, wird es Ihnen völlig egal sein, ob Sie damit auch kämpfen können. In erster Linie wollen Sie etwas Schönes, Ästhetisches, Harmonisches und bestimmt auch etwas Anspruchsvolles und nicht Alltägliches tun. Vielleicht achten Sie auch darauf, dass es nicht allzu anstrengend ist, mit einem Wort, es muss Körper und Geist gleichermaßen befriedigen.
Das alles werden Sie bei den sanften Künsten Qigong und Taiji finden. Gerade diese beiden sind für einen individuellen Einstieg geradezu prädestiniert, weil sich alle Bewegungen an die persönliche körperliche Leistungsfähigkeit anpassen.
Auch beim Xingyi und Bagua, die normalerweise sehr schnell vorgetragen werden, verstellt es nichts, wenn die Bewegungsabläufe langsam ausgeführt werden und generell ein weniger tiefer Stand gewählt wird.
Was das geistige Wohlbefinden anbelangt, so spüren Sie bereits schon bei den ersten Übungen den langen, ruhigen Atem, der für die sanften Künste so typisch ist. Automatisch werden Sie Teil der ihnen eigenen Harmonie und Sie ahnen die Macht des Jahrtausende alten Wissens, das hinter allem steht.
Das ist der Augenblick, in dem Sie sich von dem Geist der sanften Künste gefangen nehmen lassen sollten. Wenn Sie sich jetzt ihrem Wirken öffnen, werden blockierte Energien wieder frei und das herbei gesehnte geistige und körperliche Wohlbefinden stellt sich ein.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß auf meinen Seiten!
Ihr Ingo Jarosch
Übrigens: Sie können alles, was Sie hier sehen, in einem meiner Bücher nachlesen 😀

Written by Ingo

Juli 1st, 2011 at 11:18 am

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